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Bergatreuter Kapellen

Auf dieser Seiten wollen wir Ihnen unsere Kapellen näher vorstellen. Der Text zu den einzelnen Kapellen ist der Kapellen-Tour entnommen.

Kapellen-Tour durch die Gemeinde Bergatreute

"Die Landschaft rund um Bergatreute besteht aus vielen Kleinoden, die besondere Beachtung und Wertschätzung verdienen. Am besten sind wir mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs, damit wir keine Sehenswürdigkeit vergessen!

Unsere Tour beginnt in Bergatreute in der Nähe des über 400 Jahre alten Gasthauses „Zum Adler“. Hier kehrten hohe Herrschaften der Landvogtei ein und auch kaiserliche Reitergruppen machten hier sicher schon Halt.

Von Ravensburg kommend, rechts vor der „Adlerkurve“, steht ein schönes Wegkreuz im historistischen Stil. Das Kreuz erinnert an die Eligiuskapelle.

Diese gemeindeeigene Kapelle wird im Zusammenhang mit einer Stiftung bereits 1696 in einer Urkunde des Gemeindearchivs erwähnt. 1828 fiel die Kapelle der Spitzhacke zum Opfer. Die populären Eligius-Figuren sollten daraufhin in der Bergatreuter Pfarrkirche aufgestellt werden, der zuständige Dekan Kistler in Waldsee duldete dies allerdings nicht, „weil laut höheren Verordnungen Heiligenbilder mit abergläubischen Vorstellungen in den Kirchen nicht angebracht werden dürfen“. Nach diesem Verbot wurden die Figuren in der Abetsweiler Kapelle aufgestellt und damit dem aufgeklärten Auge des Dekans formal entzogen."

Die Sebastianskapelle in Witschwende

Mit dem Fahrrad geht’s vom Eligiuskreuz weiter in Richtung Witschwende. Aufgepasst: Ein Reisepass sollte mitgeführt werden, denn das Territorium der österreichischen Landvogtei Schwaben wird nun verlassen. Wir befinden uns jetzt auf ehemalig Fürstlich Waldburg-Wolfegg’schem Herrschaftsgebiet. Die schönen Obsthochstammanlagen zeugen noch heute vom Stolz der Witschwender. Mitten in Witschwende steht eine Sebastianskapelle. Sie wurde im Jahre 1833 fertig gestellt. Ein schmucker Hochaltar mit den Figuren des hl. Sebastian, der Anna Selbdritt und der hl. Katharina (17. Jahrhundert) zieren unter anderem das Innere der Kapelle. Eine gelungene Innen- wie auch Außenrenovation wurde 2003 abgeschlossen. Der vor fünf Jahren in einem Schopf wieder aufgefundene Hochaltar erstrahlt seit der Renovierung in altem Glanz.
Ein kleiner Abstecher zur Witschwender Höhe, etwa 200 Meter außer der Ortsgrenze, ist empfehlenswert, da man mit einem schönen Blick über Bergatreute und weit darüber hinaus belohnt wird. Zudem steht auf dieser Anhöhe das Buntsandsteinkreuz, welches anlässlich der Witschwender Brandkatastrophe 1877, bei der zwölf Gebäude ein Raub der Flammen wurden, gesetzt worden war. Wo heute das Kreuz steht, soll sich früher die alte Witschwender Kapelle befunden haben. Naturliebhaber machen nun einen Abstecher zum bekannten Giras-Naturschutzgebiet, welches ostwärts des Kreuzes liegt. Hier bietet sich ein Ausblick über die Jungmoränenlandschaft von Alttann zur dortigen keltischen Heuneburg bis zum höchsten Punkt, der Wolfegger Süh.
Doch die Kapellentour führt uns wieder zurück nach Witschwende. Hier biegen wir an der ersten Kreuzung, von Tal her kommend, rechts ab in Richtung Alttann. Nach ca. 300 Meter auf der Landstraße, vor dem Hof Forst, biegen wir am sagenumwobenen „Schwarzen Kreuz“ links nach Sommers ab. Von Kreszentia Klöckler, Bewohnerin des Weilers Sommers, ist am 5. April 1882 ein Baugesuch zur Erbauung einer Kapelle im historistischen Baustil eingereicht worden. Der Bau wurde nie begonnen, obwohl Planskizzen von Oberamtsbaumeister Stifel zum Kapellenbau im Gemeindearchiv schlummern.

Die Veitskapelle in Furt

"In Sommers fahren wir geradeaus bis Engetweiler. Die Kapellenpflege Engetweiler besteht schon seit 1618. In diesem Jahr hat Georg Zembrot von Furt eine erste Kapelle gestiftet. Doch wo steht die Engetweiler Kapelle? In Engetweiler finden wir keine Kapelle. Die Engetweiler Kapelle steht im nahegelegenen Ort Furt. Wir gehen über die große Kreuzung in Engetweiler geradeaus, vorbei an einem 300 Jahre alten Fachwerkhaus, welches als atypisch Altoberschwäbisches Bauernhaus, früher strohgdeckt, landschaftsprägend war. Auf der rechten Wegseite können wir zwei schöne Tuffsteinbildstöcke im Abstand von 300 Metern bewundern. Gleich darauf kommen wir in Furt an, wo rechts direkt an der Landstraße die altehrwürdige Veitskapelle mit barocker Zwiebelhaube steht. Dorthin brachten Mütter ihre erkrankten Kinder, um diese mit einem Hemdchen, dem sogenannten Veitshemdchen, zu berühren oder zu bekleiden. Dafür wurde ein neues Hemd geopfert. Der Überlieferung nach gab es in Furt viele Heilungen . . . So schön die 1733 neu erbaute Kapelle uns von außen grüßt, so leer ist sie in ihrem Inneren. Plünderer haben die Kapelle in früheren Jahren fast ganz ausgeräumt. Ein Wandkreuz aus dem 17. Jahrhundert und eine von Bräuhaus- Wirt Sebastian Birkenmayer 1825 gestiftete Glocke sind als älteste Zeugnisse erhalten geblieben. Wir fahren nun auf der Landstraße wieder in Richtung Bergatreute. Vorbei geht’s an einem mächtigen Tuffsteinbildstock und am prächtigen 250 Jahre alten Bergahorn und dem darunter stehenden barocken Kreuz. Dort biegen wir rechts nach Giesenweiler ab. Der Bergahorn steht unter Naturschutz und ist einer der ältesten im Landkreis Ravensburg. Nach 200 Metern, am Ortseingang von Giesenweiler, erblicken wir links einen kleinen „Urwald“. In diesem Gestrüpp befand sich bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts die ehemalige Giesenweiler Aussichtskapelle. Nur wenige Steine zeugen noch von ihrer Existenz. Bei Föhnsicht können wir hier den Blick in die Schweizer Alpen, zum Säntis, weit über den großen Altdorfer Wald und hinab in das Schussental genießen.

Die Marienkrönungskapelle in Abetsweiler

"Unsere Fahrt führt uns nun durch die Ortschaft Giesenweiler weiter bis zur Abzweigung nach Abetsweiler. Dazwischen empfiehlt sich ein kurzer Halt am restaurierten Arma-Christi-Kreuz linksseitig. Hier bleibt die Zeit im wahrsten Sinne des Wortes auf drei Uhr stehen. Auch der Hahn scheint sich unermüdlich am Gipfel des Kreuzes zu regen. Nach dieser kurzen Verschnaufpause erreichen wir Abetsweiler, biegen aber kurz vor dem Ortseingang links ab, so dass wir direkt auf die Marienkrönungskapelle im Ortskern zusteuern. Die Kapelle wurde an dieser Stelle 1820 neu erbaut und besitzt eine neue barocke Zwiebelhaube. Eine Vorgängerin stand vermutlich schon im 16. Jahrhundert an diesem Platz. Das Innere der Kapelle kann durch ein Gitter betrachtet werden. Der Betrachter erblickt zuerst den schönen Hochaltar von 1630 mit der Krönung Mariens aus der Werkstatt des Hans Zürn d. Ä.

Der verstorbene Heimatforscher Julius Schirmer schrieb über diesen Altar, dass er eines der schönsten Kunstwerke im Gemeindebesitz darstelle. Aber auch die schönen Figuren der hll. Joseph (1720), Wendelin (1610/20), Sebastian, Rochus und der Muttergottes mit Kind und Birne (16. Jahrhundert) und der aus Bergatreute stammenden Eligius-Gruppe sind sehenswert. Wir fahren nun auf der Hauptstraße weiter zunächst ein Stück abwärts und biegen rechts in Richtung Gwigg ab. Gwigg ist etwa 2,5 Kilometer von Abetsweiler entfernt. Über Jahre waren Historiker davon überzeugt, dass Gwigg ein St. Gallischer Ort sei, der bereits im Jahr 802 erstmals erwähnt wurde. Neuere Forschungen jedoch beweisen eine Verwechslung mit dem vorarlbergischen Ort Gwiggen bei Hörbranz. Die mittelhochdeutsche Bezeichnung „gewicke = Wegscheide“ deutet auf die große Wegspinne im Ort hin, wo sich mehrere Straßen kreuzen. An dieser Wegkreuzung bei der Bushaltestelle, ist ein ansehnlich renoviertes Kreuz aus dem 18. Jahrhundert zu bewundern.

Die St.-Georgskapelle in Gwigg

Der Blick richtet sich auch auf die übergroße Georgskapelle. 1718 wurde diese von Abt Hermann Vogler vom Kloster Rot an der Rot anstelle der alten Vorgängerin als „Filialkirche“ neu erbaut. Die Kapelle wurde in den letzten Jahren außen und innen renoviert. Sie ist ein barocke Kleinod und am Eingang erblicken wir eine Sandsteintafel mit der Aufschrift „Soli Deo Gloria“ – „Allein Gott sei Ehre“ und das herrschaftliche Abtswappen Hermann Voglers. Der Innenraum wird durch ein Gitter abgetrennt.
Vom Eingang aus sehen wir auf den schönen im spätbarocken Stil gehaltenen Hochaltar mit dem Bildnis des hl. Georg. Der Altar wurde früher als „Wandelaltar“ benutzt: Das Hochaltarbild wurde dabei abgenommen; die hinter dem Bild liegende Nische dient mit ihrer bemalten Kulisse als Platz für die auf Seite 12 abgebildete Georgsfigur. An der linken und rechten Wand befinden sich Figuren der hll. Konrad und Norbert, die vermutlich aus der Zürnwerkstatt stammen. Wir fahren nun wieder zurück zur Wegspinne. Dort biegen wir rechts nach Gambach ab. Auf halber Strecke begegnet uns ein „Bethäusle“, das bis in die 1960er Jahre als Transformatorenstation gedient hat – eine sinnvolle Umnutzung!

Ergänzung:
Im Oktober 2005 wurde die Kapelle Gwigg von einer Spezialfirma begast, um dem im Altar und Chorgestühl hausenden Holzwurm den Garaus zu machen. Der Holzwurm hätte ansonsten irreparable Schäden an den kunsthistorisch sehr wertvollen Holzteilen herbeigeführt.

Die Kapelle ist Mittel- und Ausgangspunkt des jährlichen Georgsfestes und der dazugehörigen Reiterprozession.
Im Jahr 2015 konnte das 20jährige Jubiläum des St. Georgsfestes gefeiert werden

Hinweis: Da die Georgskapelle auf dem Oberschwäbischen Jakobsweg liegt, liegt in der Kapelle ein Stempel für Pilgerbücher aus! Auch ein Geschichts- und Kirchenführer ist dort zu erwerben.

Auszug aus dem Geschichts- und Kirchenführer "Kapelle St. Georg zu Gwigg" (Seite 5+6):

"Die Vorgängerkirche von St. Georg wird zwar erst 1353 urkundlich erwähnt, dürfte aber aufgrund der Ortsnamendeutung wesentlich älter sein. Die heutige St. Georgs-Kapelle wurde 1718 errichtet, was ein Grundstein im Westen ,,Soli deo honor et gloria 17 HAR 18" verkündet ("Allein Gott Ehre und Ruhm 1718 Hermann Abt [zu] Rot"). Über der Türe befindet sich auch ein Wappen des Abtes mit der Abkürzung "HAZR1718" ("Hermann Abt zu Rot"). Das Patrozinium des Ritterheiligen Georg berechtigt zur Frage, ob die Kapelle nicht Sitz eines Ortsadligen oder eines Vasallen der näheren Umgebung gewesen sein könnte. Eine bei der letzten Renovierung (abgeschlossen 1993) aufgefundene Grabstätte vor dem Hochaltar erhärtet unsere Vermutung, denn nur hoch angesehene Personen durften dort begraben werden. Könnte eine Verbindung zur nahe gelegenen (abgegangenen) Burg Volkertshaus - die Kapelle dort trägt auch den Namen eines weiteren Ritterpatrons, Mauritius - angenommen werden? St. Georg wird 1362 vom Kloster Rot an der Rot gekauft, bleibt knapp 450 Jahre im Besitz der dortigen Prämonstratenser und wird von ihrem Klosterhof Haisterkirch (Stadt Bad Waldsee) pastoral versorgt. Erst 1763 wird ein Pfarrvikariat der Norbertiner in Molpertshaus (Gemeinde Wolfegg) errichtet. Diese Kirche wird als Pfarrkirche von Haisterkirch gelöst und fortan gehören die Gwigger zur Pfarrei Molpertshaus bis 1810, als Gwigg seelsorgerisch zur Pfarrei Bergatreute geschlagen wird. Inzwischen hatte allerdings der Wind der Geschichte die stolze Abtei Rot erfasst, 1803 wurde das Stift säkularisiert, d. h. in weltlichen Besitz umgewandelt, und seine Besitzungen fielen an den Grafen Erbach-Wartenberg-Rot, der sich über seinen territorialen Zuwachs, nicht aber an der ererbten Baulast der klostereigenen Gebäude erfreut haben dürfte. So wird das Kirchlein in Gwigg ab 1803 der Vergessenheit anheim gestellt, es zerfällt zusehend, wie die Oberamtsbeschreibung von Waldsee 1834 feststellt. Ja, der Holzwurrn hatte sich im Altar und dem Gestühl genüsslich ausgebreitet, der alte Sakristeianbau im Osten fiel dem Zahn der Zeit zum Opfer. "Lerchen und Mauersegler" nisteten im Kirchenraum. Ein Abbruch wurde zwar vorgeschlagen, jedoch mahlten die Mühlen der Verwaltung des Grafen in Rot und der neuen württembergischen Regierung schon damals so langsam, dass der Abbruchantrag vergessen wurde. Eine Instandsetzung der maroden Kirche war also dringend notwendig. Diese gelang 1929 trotz Übermalungen und unsachgemäßer Ausbesserungen. Der Innenraum wurde grundlegend renoviert und restauriert und vor allem wurde der ,,neckische" Zwiebelturm als Dachreiter an Stelle eines gemauerten Glockenstuhls aufgerichtet. Die jüngste Renovierung, u. a. unter tatkräftiger Mithilfe der Gwigger, tat ihr Übriges um das Kirchlein als barockes Kleinod wieder erstehen zu lassen."

Die Sebastianskapelle in Gambach

In Gambach, an der Landstraße von Gwigg kommend, steht die Sebastianskapelle aus dem Jahre 1860. Sie wurde 2002 innen und außen restauriert. Die Vorgängerkapelle stand etwa 100 Meter entfernt auf dem heutigen Hofgelände Gresser. Die Ausstattung der Sebastianskapelle ist reichhaltig. Die heiligen Laurentius, Sebastian und Wendelin aus dem 15. Jh., der heilige Nikolaus vom Anfang des 17. Jahrhunderts sowie die heiligen Antonius, Benedikt und eine Mutter Anna aus dem 18. Jahrhundert ebenso die Eligiusfigurengruppe zieren den Innenraum. Ein Votivbild aus dem 19. Jh. ist leider nicht mehr vorhanden.
Die Fahrradtour neigt sich nun langsam dem Ende zu. Wir biegen nach der Kapelle am Altoberschwäbischen Bauernhaus des 18. Jahrhunderts, das mit seinem mächtigen rückseitigen Walmdach sogleich ins Auge fällt, links nach Bergatreute ab. Nach etwa einem Kilometer kommen wir nochmals an einem schönen „Bethäusle“ vorbei, ehe wir das Ortsschild erreichen. Gleich danach kommt der Friedhof mit der neugotischen Friedhofskapelle.

Die Friedhofskapelle Bergatreute

Sie wurde 1895 durch Oberkirchenrat und Dekan Karl Alexander Ferdinand Eggmann errichtet und ziert seither den Gottesacker.
Im Inneren hat sie eine neugotische Ausstattung. Nach vorhandenen Plänen war der Kapellenraum mit reichhaltigen Deckenfresken ausgestattet. Wir befinden uns wieder in Bergatreute. Hier lohnt sich selbstverständlich ein Besuch der barocken Wallfahrtskirche mit dem wundertätigen Gnadenbild der Mutter Gottes vom Blute.

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